William Townley wurde am 14. Februar 1866 in Blackburn geboren und spielte selbst für die Blackburn Rovers. Nach seiner aktiven Zeit ging er als Trainer auf den Kontinent, wie damals viele britische Fußballer. In Deutschland war er einer der ersten Berufstrainer überhaupt.
Vier Amtszeiten in Fürth
Townleys Verbindung zu Fürth zog sich über zwei Jahrzehnte:
- 1911 bis 1913: erste Amtszeit, in der er die Mannschaft aufbaute.
- 1914: Rückkehr im April vom FC Bayern München, rechtzeitig für die Endrunde. Am Ende stand die erste Meisterschaft.
- 1926 bis 1927: Der Verein holte ihn eine Woche vor dem Endspiel gegen Hertha BSC zurück. Fürth gewann 4:1.
- 1930 bis 1932: letzte Station am Ronhof, von September 1930 bis März 1932.
Zwischendurch arbeitete er für viele andere Vereine, darunter der Karlsruher FV (Meister 1910), der FC Bayern, Waldhof Mannheim, der FSV Frankfurt und Darmstadt 98. 1924 betreute er sogar die niederländische Nationalmannschaft.
Stoppen, schauen, zuspielen
Was machte Townleys Mannschaften besonders? In Deutschland wurde damals oft mit langen, hohen Bällen gespielt. Townley setzte auf das schottische Flachpassspiel: Den Ball annehmen, den Kopf heben, einen Mitspieler finden und flach zuspielen. Seine Anweisung wird sinngemäß mit drei Worten überliefert: stoppen, schauen, zuspielen.
Das klingt heute selbstverständlich. Um 1910 war es eine kleine Revolution, denn es verlangte Technik, Laufbereitschaft und Spieler, die mitdachten. Die Grafik oben zeigt das Prinzip: Statt eines langen Balls in die Spitze laufen kurze Pässe über mehrere Stationen, bei denen sich immer wieder Dreiecke bilden.
Warum Fürth ihn immer wieder holte
Dass ein Verein denselben Trainer viermal verpflichtet, sagt viel. Townley kannte die Spieler, die Stadt und den Verein, und er hatte bewiesen, dass er Endspiele gewinnen kann. 1926 war die Verpflichtung kurz vor dem Finale ein Risiko, das aufging. Seine Rückkehr 1930 brachte dagegen keinen weiteren Titel mehr.
Was geblieben ist
Townley starb am 30. Mai 1950 in Blackpool. In Fürth gilt er bis heute als der Mann, der dem Verein eine Spielidee gegeben hat. Wer die drei Meistertitel verstehen will, kommt an ihm nicht vorbei, und auch für die Spieler der Zeit, die im Beitrag über die Kleeblatt-Legenden vorkommen, war er prägend.
Ausführlicher zu Townleys Laufbahn informiert der Wikipedia-Artikel über William Townley.