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Chronik

Drei deutsche Meistertitel: 1914, 1926 und 1929

Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit

Dreimal deutscher Meister, und das in nur 15 Jahren: In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gehörte Fürth zu den besten Mannschaften des Landes. Hier die Endspiele im Überblick.

Die drei Meisterjahre der SpVgg Fürth und das verlorene Finale von 192019143:2 n. V.gegen VfB Leipzigin Magdeburg19200:2gegen 1. FC Nürnbergin Frankfurt19264:1gegen Hertha BSCin Frankfurt19293:2gegen Hertha BSCin NürnbergGrün: Meistertitel · Grau: verlorenes Endspiel
Die drei Meisterjahre der SpVgg Fürth und das verlorene Finale von 1920

Wer heute auf die Liste der deutschen Meister schaut, findet Fürth weit oben, gleichauf mit Vereinen, an die man zuerst denken würde. Die drei Titel stammen alle aus der Zeit vor 1930. Damals wurde der Meister nicht in einer Liga ermittelt, sondern in einer Endrunde der regionalen Meister, die mit einem Finale endete.

1914: Das lange Finale von Magdeburg

Das Endspiel 1914 fand in Magdeburg statt, Gegner war der VfB Leipzig, damals einer der stärksten Vereine Mitteldeutschlands. Nach 90 Minuten stand es unentschieden, auch die Verlängerung brachte zunächst keine Entscheidung. Damals wurde so lange weitergespielt, bis ein Tor fiel. Karl Franz traf schließlich in der 153. Minute zum 3:2. Fürth war zum ersten Mal deutscher Meister.

Im Kader stand auch Julius Hirsch, der 1913 vom Karlsruher FV nach Fürth gewechselt war und schon 1910 mit Karlsruhe die Meisterschaft gewonnen hatte. Hirsch war einer der ersten jüdischen Nationalspieler Deutschlands. Er wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Der DFB vergibt heute einen Preis in seinem Namen.

Wenige Wochen nach dem Finale begann der Erste Weltkrieg. Viele Spieler wurden eingezogen, der Spielbetrieb brach zusammen.

1920: Das verlorene Finale gegen den Nachbarn

Nach dem Krieg ging es schnell wieder um Titel. 1920 erreichte Fürth erneut das Endspiel, der Gegner kam aus der Nachbarstadt: der 1. FC Nürnberg. Das Finale in Frankfurt ging 0:2 verloren. Weil die Meisterschaft während des Krieges ausgesetzt war, hatte Fürth den Titel formal sechs Jahre lang gehalten. Für die Rivalität der beiden Städte war diese Niederlage ein prägender Moment, mehr dazu im Beitrag zum Frankenderby.

1926: 4:1 gegen Hertha BSC

Sechs Jahre später klappte es wieder. Kurz vor dem Endspiel holte der Verein William Townley zurück, den Trainer, der schon die Mannschaft von 1914 geprägt hatte. Am 13. Juni 1926 schlug Fürth in Frankfurt Hertha BSC deutlich mit 4:1. Für Townley war es die dritte deutsche Meisterschaft als Trainer.

1929: Noch einmal Hertha

Das dritte Finale führte die Fürther ausgerechnet ins Stadion des Rivalen nach Nürnberg. Gegner war wie 1926 Hertha BSC, diesmal ging es knapper zu. Fürth gewann 3:2 und holte seinen dritten und bis heute letzten Meistertitel. Hertha hatte zu der Zeit eine Serie von verlorenen Endspielen und gewann erst 1930 selbst.

Mehr als nur Titel

Die Erfolge machten Fürth auch international bekannt. In den 1920er Jahren schlug die Mannschaft in Freundschaftsspielen Real Madrid (1923), den FC Barcelona (1926) und Juventus Turin (1930). Und die Nationalmannschaft bestand zeitweise fast nur aus Spielern aus Fürth und Nürnberg.

Nach 1929 wurde es ruhiger. Fürth blieb zwar erstklassig, kam aber nicht mehr bis ins Finale. Wie es in der Nachkriegszeit weiterging, steht im Beitrag über die Oberliga Süd.