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KleeblattblogFürther Fußballgeschichte
Chronik

Oberliga Süd, Weltmeister und Zuschauerrekorde

Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte Fürth in der Oberliga Süd, damals eine der höchsten Spielklassen. Es war die Zeit der Zuschauerrekorde am Ronhof und der ersten Fürther Weltmeister.

Stehplatztribüne im Fürther Stadion mit grünen Wellenbrechern
Die Nordtribüne am Ronhof, hier 2009. Heute ist sie überdacht. Foto: Crossy, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Als nach 1945 der Fußball in Westdeutschland neu organisiert wurde, entstand im Süden die Oberliga Süd. Sie war bis zur Gründung der Bundesliga 1963 die höchste Spielklasse der Region. Die Spielvereinigung gehörte zu den Gründungsmitgliedern.

Abstieg, Wiederaufstieg, Meisterschaft

Die ersten Jahre verliefen holprig. 1948 musste Fürth in die Landesliga Bayern absteigen, schaffte aber sofort den Wiederaufstieg. Und dann folgte die erfolgreichste Saison der Nachkriegszeit: 1950 wurde die SpVgg Meister der Oberliga Süd und qualifizierte sich für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Im Halbfinale war gegen den VfB Stuttgart Schluss, das Spiel ging 1:4 verloren.

Rekordkulisse gegen Nürnberg

Am 1. April 1951 kamen rund 30.000 Zuschauer zum Derby gegen den 1. FC Nürnberg an den Ronhof. Fürth gewann 1:0. Ein Jahr später war das Stadion bei einem weiteren Derby wieder bis an die Grenze gefüllt. Solche Zahlen sind heute undenkbar, der Ronhof fasst inzwischen 16.626 Zuschauer. Zur Einordnung: Viele Zuschauer standen damals auf Erdwällen, und Sicherheitsvorschriften wie heute gab es nicht. Ebenfalls 1951 wurde eine neue Haupttribüne eingeweiht, nachdem die alte im Krieg beschädigt worden war.

Zwei Fürther werden Weltmeister

1954 gewann die deutsche Nationalmannschaft in der Schweiz die Weltmeisterschaft. Zwei Spieler aus Fürth gehörten zum Kader:

  • Karl Mai, genannt Charly, spielte als Außenläufer in fünf der sechs Turnierspiele, auch im Finale von Bern gegen Ungarn. Dort hatte er die Aufgabe, Sándor Kocsis zu bewachen.
  • Herbert Erhardt (oft auch Erhard geschrieben) fuhr mit in die Schweiz, kam beim Turnier aber nicht zum Einsatz. Seine große Zeit in der Nationalmannschaft kam danach: Er bestritt insgesamt 50 Länderspiele und war später Kapitän.

Beide waren echte Fürther, geboren in der Stadt und in der Jugend des Vereins groß geworden. Mehr über sie steht im Beitrag Kleeblatt-Legenden.

1963: Keine Bundesliga für Fürth

Als der DFB 1963 die Bundesliga gründete, wurden 16 Vereine ausgewählt. Fürth war nicht dabei. Für einen dreifachen deutschen Meister war das bitter, aber die sportlichen Leistungen der Jahre davor hatten nicht gereicht. Die SpVgg spielte fortan in der zweitklassigen Regionalliga Süd. Auf ihren ersten Bundesligaauftritt musste sie bis 2012 warten, das Kapitel steht im Beitrag Zweimal Bundesliga.

Wie es durch die Ligen weiterging, zeigt die Ligakarte.