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Kleeblatt-Legenden: Spieler aus 120 Jahren

Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit

Eine offizielle Jahrhundertelf will diese Seite nicht aufstellen. Hier stehen Spieler, an denen man die Geschichte des Vereins gut erzählen kann, vom Torschützen von 1914 bis zum Siegtorschützen von 2021.

Eine Aufstellung im historischen 2-3-5-System, wie es zur Zeit der Fürther Meistertitel üblich war1Torwart23Verteidiger456Läufer7891011Stürmer
Eine Aufstellung im historischen 2-3-5-System, wie es zur Zeit der Fürther Meistertitel üblich war

Wer eine Elf aus über 120 Jahren Vereinsgeschichte zusammenstellen will, muss Äpfel mit Birnen vergleichen. Ein Außenläufer von 1926 und ein Außenverteidiger von 2020 haben wenig gemeinsam. Deshalb ist diese Liste keine Bestenauswahl, sondern eine Reihe von Spielern, die für bestimmte Kapitel der Fürther Geschichte stehen.

Die Grafik oben zeigt übrigens, wie eine Mannschaft zur Zeit der Meistertitel aufgestellt war: zwei Verteidiger, drei Läufer, fünf Stürmer. Positionen wie „Außenläufer“, die bei Charly Mai noch auftauchen, stammen aus diesem System.

Die Meisterjahre

Karl Franz schoss 1914 im Finale gegen den VfB Leipzig in der 153. Minute das Tor zum 3:2. Es war das längste Endspiel seiner Zeit und brachte Fürth die erste deutsche Meisterschaft. Mehr dazu im Beitrag über die drei Meistertitel.

Julius Hirsch kam 1913 vom Karlsruher FV nach Fürth und gewann 1914 seine zweite Meisterschaft. Er bestritt sieben Länderspiele für Deutschland und nahm 1912 an den Olympischen Spielen teil. 1933 trat er aus dem Karlsruher FV aus, weil der Verein jüdische Mitglieder ausschließen wollte. 1943 wurde er nach Auschwitz deportiert und ermordet. Der DFB erinnert seit 2005 mit dem Julius-Hirsch-Preis an ihn.

Fritz Franz spielte ebenfalls für Fürth, bevor er sich der Leichtathletik zuwandte. 1919 wurde er deutscher Meister über 1500 Meter, eine ungewöhnliche Doppelkarriere.

Die Weltmeister von 1954

Karl „Charly“ Mai (1928 bis 1993) kam 1942 in die Jugend der SpVgg und spielte von 1948 bis 1958 in der ersten Mannschaft, 192 Ligaspiele und 20 Tore. Bei der WM 1954 stand er in fünf von sechs Spielen auf dem Platz, auch im Finale gegen Ungarn. Danach wechselte er zum FC Bayern München. Für Deutschland bestritt er 21 Länderspiele.

Herbert Erhardt (1930 bis 2010), oft auch Erhard geschrieben, war Verteidiger und spielte von 1948 bis 1962 für Fürth, 351 Ligaspiele. 1954 gehörte er zum Weltmeisterkader, kam aber nicht zum Einsatz. Bei den Weltmeisterschaften 1958 und 1962 war er dann Stammspieler. Mit 50 Länderspielen und dem Kapitänsamt ab 1959 ist er einer der bekanntesten Fürther Fußballer.

Die Profizeit

Seit 1996 hat Greuther Fürth viele Spieler ausgebildet oder groß gemacht, die später bei größeren Vereinen landeten. Zwei Beispiele, die es zum Nationalspieler brachten: Heiko Westermann und David Raum, beide mit zweistelliger Zahl an Länderspielen. Insgesamt kamen 22 Spieler während ihrer Fürther Zeit zu Länderspielen für Deutschland.

Felix Klaus schoss am 31. August 2012 in Mainz das Tor zum 1:0, den ersten Bundesligasieg der Vereinsgeschichte.

Dickson Abiama traf am letzten Spieltag der Saison 2020/21 in der 83. Minute zum 3:2 gegen Fortuna Düsseldorf. Das Tor bedeutete den zweiten Bundesligaaufstieg. Beide Aufstiege stehen im Beitrag Zweimal Bundesliga.

Eine Frage des Blickwinkels

Jede Fürther Generation würde diese Liste anders schreiben. Wer in den 1950ern am Ronhof stand, denkt an Mai und Erhardt, wer 2012 auf dem Rathausplatz feierte, an die Aufstiegsmannschaft. Für die Zeit vor 1930 ist auch der Trainer wichtig, der viele dieser Spieler formte: William Townley.