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Das Frankenderby: Fürth gegen Nürnberg

Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit

Zwei Städte, die direkt aneinandergrenzen, zwei Vereine mit zusammen zwölf deutschen Meisterschaften: Das Frankenderby zwischen Fürth und Nürnberg ist das am häufigsten ausgetragene Derby im deutschen Fußball.

Fürth und Nürnberg grenzen direkt aneinander: schematische Lage der beiden Städte und StadienFÜRTHNÜRNBERGRonhofStadion des ClubsStadtgrenzeSchema, nicht maßstabsgetreu
Fürth und Nürnberg grenzen direkt aneinander: schematische Lage der beiden Städte und Stadien

Wer von Fürth nach Nürnberg fährt, merkt kaum, wo die eine Stadt aufhört und die andere anfängt. Die beiden Städte sind fast vollständig zusammengewachsen. 1922 stimmten die Fürther sogar über eine Eingemeindung nach Nürnberg ab, knapp 65 Prozent lehnten sie ab. Vielleicht erklärt das ein wenig, warum das Verhältnis der beiden Fußballvereine so aufgeladen ist.

Die Anfänge

Das erste unumstrittene Derby fand am 7. Februar 1904 in Fürth statt, Nürnberg gewann 4:1. Schon 1902 und 1903 hatte es Spiele gegeben, doch damals traten auf Fürther Seite noch Fußballer des Turnvereins an, die SpVgg gab es noch nicht. Diese frühen Partien werden deshalb nicht überall mitgezählt.

Insgesamt kommen die beiden Vereine inzwischen auf weit über 270 Begegnungen, davon über 200 Pflichtspiele. Kein anderes Duell im deutschen Fußball wurde so oft ausgetragen.

Die große Zeit in den 1920ern

In den 1910er Jahren überholte Fürth den Nachbarn sportlich, 1914 kam die erste Meisterschaft. Nürnberg schlug zurück: 1920 gewann der Club das Endspiel um die deutsche Meisterschaft ausgerechnet gegen Fürth. Die 1920er wurden das erfolgreichste Jahrzehnt beider Vereine, sie sammelten Titel um Titel.

Denkwürdige Spiele

Einige Derbys sind wegen ihrer Begleitumstände in Erinnerung geblieben:

  • 6. Oktober 1929: 87 Freistöße, drei Platzverweise, Endstand 1:1.
  • 1. April 1951: Rund 30.000 Zuschauer am Ronhof, Fürth gewinnt 1:0. Das ist bis heute der Zuschauerrekord im Fürther Stadion.
  • Saison 1972/73: Ein Spiel wird beim Stand von 4:2 für Fürth abgebrochen, nachdem Feuerwerkskörper geworfen werden und Nürnberger Fans den Platz stürmen. Gewertet wird es 2:0 für Fürth.
  • Saison 1996/97: Das Pokalspiel lockt 44.181 Zuschauer an, bis heute Rekord für ein Pokalspiel zweier Drittligisten.
  • Saison 2016/17: Fürth gewinnt erstmals seit Gründung der Bundesliga 1963 beide Derbys einer Saison.

Das Derby heute

Weil beide Vereine seit Jahren meist in der 2. Bundesliga spielen, gibt es das Frankenderby fast jede Saison zweimal. Es ist für beide Fanszenen das wichtigste Spiel des Jahres, und es wird von großem Polizeiaufgebot begleitet. Die Bilanz schwankt: Mal gewinnt Fürth mehrere Derbys in Folge, mal dominiert Nürnberg. In der Saison 2024/25 etwa verlor Fürth beide Duelle deutlich.

Mehr als Fußball

Der Kern der Rivalität ist die Nachbarschaft. Fürth ist die kleinere Stadt, und das Derby ist die Gelegenheit, es dem großen Nachbarn zu zeigen. Umgekehrt will Nürnberg dem kleineren Fürth nicht unterliegen. Auch das Kleeblatt im Fürther Wappen ist in diesem Zusammenhang ein Symbol der Eigenständigkeit, nachzulesen im Beitrag Warum Fürth ein Kleeblatt trägt.

Wo die Rekordspiele stattfanden, erklärt der Beitrag zum Sportpark Ronhof. Eine vollständige Liste aller Derbys mit Ergebnissen bietet der Wikipedia-Artikel zum Frankenderby.