Das Fürther Stadtwappen ist schlicht. Die offizielle Beschreibung lautet: In Silber ein dreiblättriges grünes Kleeblatt. Keine Türme, keine Löwen, keine Adler. Gerade diese Einfachheit macht das Zeichen so einprägsam.
Wichtig ist das Wort dreiblättrig. Das Fürther Kleeblatt hat drei Blätter, kein viertes. Es ist also kein Glückssymbol im heutigen Sinn, auch wenn das in Fürth gern augenzwinkernd mitgemeint wird.
Die erste Spur: ein Siegel von 1562
Das Kleeblatt taucht 1562 zum ersten Mal in Fürther Siegeln auf. Damals hielt eine Hand das Kleeblatt, links und rechts davon zwei Mondsicheln. Nach heutigem Stand stammt das Zeichen aus dem Amtssiegel des Amtmanns Johann Hornung, der für die Bamberger Dompropstei in Fürth zuständig war. Das dreiblättrige Kleeblatt stand dabei für die Heilige Dreifaltigkeit. Von dort ging es auf den ganzen Ort über.
Zwei beliebte Deutungen
In Fürth werden zwei weitere Erklärungen gern erzählt. Beide sind schön, aber nicht belegt:
- Die Dreiherrschaft: Fürth wurde jahrhundertelang von drei Herren gleichzeitig regiert, dem Markgrafen von Ansbach, der Reichsstadt Nürnberg und der Bamberger Dompropstei. Drei Blätter, drei Herren, so die Idee. Historiker halten diesen Ursprung für unwahrscheinlich.
- Drei Religionen: In Fürth lebten früh Protestanten, Katholiken und eine große jüdische Gemeinde zusammen. Auch diese Deutung ist eine nachträgliche Lesart, kein historischer Ursprung.
Dass beide Deutungen so beliebt sind, sagt trotzdem etwas über die Stadt. Die Dreiherrschaft und das Nebeneinander der Religionen haben Fürth tatsächlich geprägt, nur eben nicht das Wappen.
Vom Stadtwappen ins Vereinswappen
Die Spielvereinigung übernahm das Kleeblatt früh in ihr Wappen, dazu die Farben Weiß und Grün, die sich ebenfalls aus dem Stadtwappen ableiten lassen. Auch nach der Fusion 1996 blieb das Kleeblatt im Vereinswappen. Daher kommt der Spitzname: Die Fans sprechen vom Kleeblatt, die Spieler sind Kleeblättler oder einfach Kleeblätter.
Das Zeichen hat sich verselbstständigt. Wenn in Franken jemand „das Kleeblatt“ sagt, meint er in den allermeisten Fällen den Fußballverein, nicht die Pflanze und nicht das Stadtwappen.
Kleeblatt im Alltag
Wer durch Fürth geht, kann eine kleine Kleeblatt-Suche machen. Es steckt in Brunnen, Laternen, Kanaldeckeln und in vielen Logos örtlicher Firmen und Vereine. Die Stadt bietet sogar Führungen an, die sich ganz um das Zeichen drehen.
Wie der Verein mit dem Kleeblatt im Wappen entstanden ist, erzählt der Beitrag über die Gründung 1903. Kurze Erklärungen zu weiteren Begriffen stehen im Kleeblatt-ABC.